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holli
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Das Essen und Trinken bei Tisch erfolgte im Mittelalter nach festen, rituellen Regeln, die sich freilich von Ort zu Ort, von Stand zu Stand und von Anlass zu Anlass gewaltig unterscheiden konnten. An der Tafel des adeligen Burgherrn ass man anders als in der Bauernhütte, am Festschmaus ging es anders zu als beim alltäglichen Mittagsmahl und im Welschland herrschten andere Tischsitten als auf der Alp. Was als richtig galt, lernte man von Kindsbeinen an. Gehobene Tischmanieren wurden durch Lehrgedichte verbreitet, die zur besseren Verdeutlichung auf deftige Weise manchmal ironisch das Gegenteil des Verlangten empfahlen.
Lehrgedichte regelten das rituelle Verhalten, besonders das Gebet vor und nach dem Essen, sowie das Händewaschen oder das Verteilen der Speisen; sie verboten unanständiges Betragen, Rülpsen und unbescheidenes, gieriges Zugreifen, Belästigungen des Tischnachbarn. Am Tischtuch durfte man beispielsweise den Mund abwischen, dagegen galt das Hineinschneuzen als unfein. Ebenso die Verwendung des Tischmessers als Zahnstocher.
Die Tischmanieren wurden wesentlich durch das Ess- und Trinkgeschirr bestimmt. Als Essgeräte benutzte man Messer und Löffel. Die Essgabel war im Mittelalter noch unbekannt. Doch kam im 14. Jh. der Pfriem auf, eine Art Ahle zum Aufspiessen von Brot und Fleischbrocken. Meist ass man aber mit Hilfe der Finger. Im Hochmittelalter löffelte man allgemein aus ein und derselben Schüssel, individuelle Teller oder Näpfe kannte man nur in höchster Gesellschaft. Häufig gebrauchte man hölzerne Unterlagebrettchen zum Zerlegen des Fleisches. Im Laufe des Spätmittelalters stetzte sich das Essen auf getrennten Tellern auch beim Stadtbürgertum durch.
Teller, Näpfe und Platten bestanden meist aus Holz, seltener aus Zinn oder Messing, Schüsseln aus Keramik oder aus Metall. Getränke kamen in Holzkübeln, Zinnkannen und seit dem 14.Jh. immer häufiger in Glasflaschen auf den Tisch. Als Trinkgeschirr dienten allgemein Holzgefässe und Zinnbecher.
Trotz den Lehrgedichten, auch Tischzuchten genannt, waren im Mittelalter die Ess- und Trinksitten nach unseren Begriffen derb bis unappetitlich, vor allem weil man mit den Händen ass, weil man schmatzte und rülpste - das war nur in höchsten Kreisen verpönt - und weil man abgenagte Tierknochen und Fischgeräte hemmungslos wegwarf. Das irdene und hölzerne Essgeschirr reinigte man nur oberflächlich, dadurch wurde es mit der Zeit speckig und ranzig.
Bitte
15.11.2005 19:11
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