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yve yve ist weiblich
Hobbyköchin


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Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)

Bilsenkraut gehört zu den Nachtschattengewächsen, er wächst in ganz Europa auf Schutt- und Ölland und kann bis zu 80 cm groß werden.
Die Bibernelle hat ein nicht sehr attraktives Aussehen, die Blätter sehen ehr schmutzig grün aus und die Blüten scheinen blass gelb hervor. Die Blütezeit des Bilsenkrautes ist in der Zeit vom Juni bis September. Die Blütenkele und die Früchte des Bilsenkraut sind stark behaart und die Pflanze verströmt einen unangenehmen Geruch. Auf Grund des Aussehens und des Geruchs des Bilsenkrautes ist eine Vergiftung der Pflanze ehr unwahrscheinlich. Vom Bilsenkraut werden die Blätter, oder auch die Samen verwendet. Die Wurzel selber findet keine Verwendung. Das Bilsenkrautöl wird zubereitet, in dem man die Blätter in Öl kocht.
Da das Bilsenkraut unter Naturschutz steht und in der roten Liste, der gefährdeten Pflanzen niedergeschrieben ist, ist das Bilsenkraut apotheken- und verschreibungspflichtig.
Das Bilsenkrautöl hingegen ist frei verkäuflich.

Alle Teile des Bilsenkrauts sind reich an psychoaktiven Wirkstoffen (in der Wurzel ist am meisten vorhanden).
Den halluzinogenen Effekt hat die Pflanze dem Hyoscymin und dem Scopolamin zu verdanken, des weiteren enthält die Pflanze den gleichen Wirkstoff, wie die Tollkirsche, das Atropin. Schon kleinste Dosen können genügen um in einen schweren Rauschzustand zu kommen, welche sich in optische, akustische, taktile oder olfaktorische Halluzinationen auswirken (was so viel heißt, wie: man sieht, richt, hört, fühlt Dinge, die nicht vorhanden sind, oder aber auch man nimmt Tatsächliches verzerrt wahr).
Das Bilsenkraut wirkt einschläfernd und dämpft die Erregbarkeit des zentralen Nervensystems.
Die vom Bilsenkraut hervorgerufenen Halluzinationen können sich bis zu regelrechten Wahnsinnsanfällen steigern. Teilweise kann es auch vorkommen, das das Bilsenkraut einen Gedächtnisverlust hervorruft und man sich nicht an Einzelheiten die im Rauschzustand passierten erinnern kann.
Neben den Halluzinationen kommt es zu Hör- und Sehstörungen, Schweißausbrüchen, Erbrechen und Schwindelgefühl, bei Überdosierung können sogar sehr schwere Komplikationen auftreten, wie Atemlähmung, welche zum Tod führen kann.
Eine der typischsten Nebenwirkungen bei der Einnahme von Nachtschattengewächsen sind ein starker Nachdurst, Schwindelgefühl und ein Kopfdruck (vergleichbar mit einem morgendlichen Kater).
Personen, die an Herzbeschwerden leiden, oder eine Verengung der Herzkranzgefäße haben, sollten Nachtschatengewächse nie zu sich nehmen, da die Herzfrequenz sich steigert.

In den vergangenen Jahren, wurde das Gift des Bilsenkrauts sehr oft unterschätzt, welches oftmals tödliche Folgen hatte.
Bilsenkraut darf auf KEINEN Fall in den menschlichen Körper gelangen, da eine Vergiftung lebensgefährlich sein kann, bei einem Verdacht auf Bilsenkraufvergiftung muss SOFORT ein Notarzt alarmiert werden!

Vom Mythos des Bilsenkrauts ist einiges bekannt, das Bilsenkraut war eine der wichtigsten Zauber- und Heilpflanzen in der Antike. Sie war in vielen Orakeln zur Erzeugung eines Trancezustands verantwortlich und wurde als Pflanze der Götter genannt.
Das Bilsenkraut wurde in der Antike teils geschätzt, aber auch teils gefürchtet. Plinius selbst schrieb über das Bilsenkraut einiges nieder, seine nieder geschrieben Worte waren: Alle Sorgen von Hyosyamus = Bilsenkraut wirken verstörend aus den Kopf und rauben dem Menschen den Verstand... Bilsenkraut ist wie Wein und beeinträchtigt deshalb Verständnis und Denken. Jedoch kann sowohl der Samen Gutes bewirken. Plinus selber hielt das Bilsenkraut für eine sehr gefährliche Pflanze, welche man nur mit großer Achtsamkeit und Besonnenheit verwenden sollte.

Der Samen, zusammen mit Wein, wurde damals bei Frauenleiden durch Hippokrates verabreicht, aber es wurde das Kraut auch früher bei Schlafstörungen, oder als Betäubungsmittel eingesetzt.

Aus verschiedenen Antiken Schriften, las man hervor, dass das Bilsenkraut ähnlich ausgegraben wurde, wie die Alraune, so blieb es natürlich nicht aus, dass das Bilsenkraut eine der wichtigsten Zutaten bei den berühmten Hexensalben (Flugsalben) im Mittelalter gehörte.

Selbst der asiatische Arzt Li Shi-chen schrieb in einem seiner vielen Heilschriften was über das Bilsenkraut nieder. Er beschrieb die Pflanzen so, dass sie bei der Verständigung der Dämonen und Geistern sehr hilfreich sein kann.
Selbst als Aphrodisiakum fand Bilsenkraut in der Antike seinen Platz. Im Mittelalter wurde die Bilsenkrautsamen in Badehäusern in einer heißen Pfanne geröstet, um die sexuellen gelüste der Badehausbesucher zu wecken.

Im wörtlichen übersetzt heißt das Bilsenkraut Schweinebohne, aber weitaus treffender ist der Volksname Kraut des Apollon, was auf Halluzinationen hinweist.
Das Bilsenkraut gehört wahrscheinlich zu eins der ersten Pflanzen deren Eigenschaften sich die Menschen zu nutze machten. Samen wurden an prähistorischen Siedlungen der Jungsteinzeit gefunden und somit man annehmen kann, dass das Bilsenkraut schon dort eine wichtige Rolle spielte.
Es weisen auch noch einige Funde von Bilsenkraut aus der Bronze- und Eisenzeit hin. Selbst wurden Reste von Bilsenkraut bei Ausgrabungen in Ägypten entdeckt (auf Tierfriedhöfen in Sakkara).

Von den alten Germanen weiß man, dass Bilsenkraut nicht nur als Regenzauber verwendet wurde, Bilsenkraut wurde auch als Verstärkung von Bier und Met eingesetzt. Die Wirkung des Biers war so stark, dass im Vergleich unser heutiges Starkbier dazu relativ mild ausfällt.

Da Bilsenkraut zur Schärfung von Bier verwendet wurde, ist es nahe liegend, das der Name Pilsbier auf die Stadt Pilsen zurückzuführen ist und letztendlich auch auf die Bilsengärten die, die Pilsbrauer anbauten um den damaligen Bier eine berschauschende Wirkung gaben.

Selbst für Vieh ist das Bilsenkraut sehr gefährlich, wenn dieses auf Tierweiden wächst, nur Schweine sind offensichtlich dagegen immun und scheinen die Wirkung vom Bilsenkraut regelrecht zu genießen, daher auch der Name Schweinebohne.

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Gruß yve Smile

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler machen. Aber ein bisschen früher, damit ich mehr davon habe.

Marlene Dietrich (1901 - 1992)
02.01.2006 18:07 yve ist offline E-Mail an yve senden Homepage von yve Beiträge von yve suchen yve in meine Freundesliste aufnehmen Fügen Sie yve in Ihre Kontaktliste ein
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